Energieautonome Ökohöfe und Nullemissions-Häuser

Beim Durchsehen des aktuellen idw-Newsletters sind mir zwei komplementäre Berichte aufgefallen. Unter der etwas waghalsigen Überschrift “Teller und Tank” sind möglich wird über Feldversuche auf ökologisch wirtschaftenden Bauernhöfen berichtet, die neben einer Haupt- noch eine Zweitkultur auf der selben Fläche anbauen. Bei diesem Mischfruchtanbau wurde z.B. neben Erbsen als Hauptfrucht noch Leindotter angebaut. Die beiden Pflanzen teilen sich die Ackerfläche - mit erstaunlichen Resultaten. Laut idw-Mitteilung wurde bei dieser Mischung mit fast 3 Tonnen Erbsen nahezu der vollständige übliche Ertrag gewonnen, und nebenbei konnten 250 Liter Leindotteröl erwirtschaftet werden. Die Bearbeitung eines Hektars verbraucht laut Bericht 80-150 Liter Pflanzenöl, so dass man hier von einer wirklichen Energieautonomie sprechen kann (weiß der Geier, warum gerade alle möglichen Leute von der streng genommen nicht zutreffenden Energie”autarkie” sprechen, aber sei’s drum). Andere Kombinationen seien nicht ganz so erfolgreich, und zudem fehlt oft noch die Erfahrung mit den alternativen Pflanzentreibstoffen, aber diese Art selbstgenügsamen und dabei sehr produktiven Ökoanbaus verdient weitere Beachtung und Förderung, gerade in Zeiten explodierender Erdölpreise.

Den Rest des Beitrags lesen »

Zwei Zeit-Artikel, letzte Woche

Ohne großes Drumherum will ich hier auf zwei Artikel aus der Zeit verweisen, die bereits letzte Woche erschienen waren. Beide behandeln auf kritische Weise zwei Phänomene, die mich ebenfalls beschäftigen. Der eine Artikel unter dem Titel “Illusion Ökostrom” enthält eine Menge interessanter Informationen über die knifflige Frage nach der Funktion von Ökostrom und dessen Märkten. Auch wenn die Nachricht, dass aus meiner Steckdose immer der selbe Strom kommt, ganz gleich bei welchem Anbieter ich bin, für mich etwa den gleichen Neuigkeitswert hat wie die Tatsache, dass der Aufdruck “delphinfreundlich gefangen” auf einer Dose Thunfisch keinerlei Bedeutung für irgendeinen (noch) lebenden Delphin hat, lohnt sich die Lektüre.

Der andere Artikel heißt und beschäftigt sich mit der “Konjunktur der Ängste”. Bei Gruselgeschichten der letzten Jahre wie der über die Vogelgrippe war diese Konjunktur besonders gut zu spüren. Ob der Autor Ulrich Schnabel aus Platzgründen oder vielmehr wohlweislich auf ein billiges Klimafolgen-Diskussions-Bashing verzichtet hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall tut er es, und das macht den Artikel lesbar und spannend zugleich.

Veröffentlicht in Energie, Ökologie. 12 Kommentare »

Initiative Möckernkiez - Energie- und Rohstoffwende im Selberbau

Seit einem guten halben Jahr bin ich sehr aktives Mitglied einer Initiative in Berlin, die in Eigenregie ein drei Hektar großes Baufeld in Kreuzberg bebauen will. Mit der “Initiative Möckernkiez” wollen wir bezahlbare Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten schaffen, die ebenso ökologisch vorbildlich wie sozial integrativ sein, die barrierefrei gestaltet werden und interkulturelles Leben befördern sollen. Auf unserer kürzlich freigeschalteten Webseite www.mockernkiez.de stehen viele weitere Informationen zu unserem Vorhaben. An dieser Stelle will ich vor allem auf den ökologischen Aspekt eingehen und BesucherInnen meines Blogs dazu einladen, konstruktive Kommentare, Vorschläge und Anregungen einzubringen.

Den Rest des Beitrags lesen »