Marcia Pally: “Wahnsinn auf demokratisch”
25. Februar 2008 — Nils SimonIch habe mich schon früher darüber ausgelassen, dass für zahlreiche dringend notwendige Aufgaben (darunter nicht zuletzt Umwelt- und Klimaschutz) bei weitem nicht genügend Geld ausgegeben wird, während die weltweiten Militärbudgets mittlerweile 900 Milliarden Euro übersteigen.
Nun habe ich diesen Gedanken bei der US-amerikanischen Soziologin Marcia Pally wiedergefunden. In der heutigen taz schreibt sie unter dem Titel “Wahnsinn auf demokratisch”:
“Alle reden über die Wahlen in den USA. Sprechen wir lieber über Geld und Geheimnisse.
Hier ein paar Fakten in Sachen Geld: Die USA haben mittlerweile den größten Militärhaushalt seit dem Zweiten Weltkrieg. Im nächsten Jahr werden die Kosten für die Einsätze im Irak und in Afghanistan um 170 Milliarden US- Dollar über dem von George W. Bush vorgeschlagenen Budget von 515,4 Milliarden US-Dollar liegen. Macht alles in allem: $ 685,4 Milliarden. Das US-Defizit wird im nächsten Jahr $ 400 Milliarden erreichen; die akkumulierten Schulden betragen $ 10 Trilliarden.
Ich habe einen Vorschlag: Wir veranschlagen die Kosten für mögliche Solarenergieanlagen im Mittleren Osten und in Zentralasien auf ein paar hundert Milliarden. Eine Gegend mithin, deren Plus an Sonne das gegenwärtige Plus an Öl überdauern wird. Die Produktion von Sonnenenergie würde den jungen Männern, die sich derzeit anfällig für die Verführungen des Terrorismus zeigen, Jobs geben, sogar Karrieren ermöglichen. Nicht alle Probleme der Region wären damit gelöst, aber die Wirtschaft auf diese Weise zu stimulieren wäre einen Versuch wert, immerhin gibt es $ 685 Milliarden zu verteilen. “
Ich könnte nicht noch mehr zustimmen! Außer dass ich vielleicht noch erwähnt hätte, dass auch die 300 Milliarden Euro, die pro Jahr in Werbung gesteckt werden, sicherlich sinnvoller investiert werden könnten.

