Marcia Pally: “Wahnsinn auf demokratisch”

Ich habe mich schon früher darüber ausgelassen, dass für zahlreiche dringend notwendige Aufgaben (darunter nicht zuletzt Umwelt- und Klimaschutz) bei weitem nicht genügend Geld ausgegeben wird, während die weltweiten Militärbudgets mittlerweile 900 Milliarden Euro übersteigen.

Nun habe ich diesen Gedanken bei der US-amerikanischen Soziologin Marcia Pally wiedergefunden. In der heutigen taz schreibt sie unter dem Titel “Wahnsinn auf demokratisch”:

“Alle reden über die Wahlen in den USA. Sprechen wir lieber über Geld und Geheimnisse.

Hier ein paar Fakten in Sachen Geld: Die USA haben mittlerweile den größten Militärhaushalt seit dem Zweiten Weltkrieg. Im nächsten Jahr werden die Kosten für die Einsätze im Irak und in Afghanistan um 170 Milliarden US- Dollar über dem von George W. Bush vorgeschlagenen Budget von 515,4 Milliarden US-Dollar liegen. Macht alles in allem: $ 685,4 Milliarden. Das US-Defizit wird im nächsten Jahr $ 400 Milliarden erreichen; die akkumulierten Schulden betragen $ 10 Trilliarden.

Ich habe einen Vorschlag: Wir veranschlagen die Kosten für mögliche Solarenergieanlagen im Mittleren Osten und in Zentralasien auf ein paar hundert Milliarden. Eine Gegend mithin, deren Plus an Sonne das gegenwärtige Plus an Öl überdauern wird. Die Produktion von Sonnenenergie würde den jungen Männern, die sich derzeit anfällig für die Verführungen des Terrorismus zeigen, Jobs geben, sogar Karrieren ermöglichen. Nicht alle Probleme der Region wären damit gelöst, aber die Wirtschaft auf diese Weise zu stimulieren wäre einen Versuch wert, immerhin gibt es $ 685 Milliarden zu verteilen. “

Ich könnte nicht noch mehr zustimmen! Außer dass ich vielleicht noch erwähnt hätte, dass auch die 300 Milliarden Euro, die pro Jahr in Werbung gesteckt werden, sicherlich sinnvoller investiert werden könnten.

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Online-Kurse zur globalen Erwärmung

Vor vielen Monaten war ich mutig genug, in der Wikiversity einen freien Online-Kurs zur globalen Erwärmung anzufangen. Aufgrund mangelnder Zeit ist davon bislang nicht viel mehr als das Gerüst fertig gestellt. Wer trotzdem in den Genuss freier Lernmaterialien über die Erderwärmung kommen will und außerdem mit Englisch keine Probleme hat, sei hiermit auf das Angebot der Open University verwiesen. Neben den happigen Preisen des kostenpflichtigen Angebots der OU ist vor einiger Zeit unter dem Stichwort “Open Learn” eine kostenfreie Lernplattform gestartet worden. Und in dieser existieren zwei Kurse zum Klimawandel: Einmal unter dem Titel “Global warming”, ein weiterer unter dem Titel “Climate change”. Für ersteren wird ein Zeitbudget von 5 Stunden angegeben, meiner Meinung nach eine Untertreibung. Der zweite Kurs kommt mit 20 Stunden der Realität schon näher. Die einfache Registrierung ermöglicht nicht nur die Teilnahme, sondern auch Austausch mit anderen TeilnehmerInnen sowie eine Rückmeldung an die OU zu geben. Enjoy!

Deutschland könnte 44% der Treibhausgase bis 2030 einsparen

In Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut und ein paar anderen Einrichtungen hat das Umweltbundesamt vor kurzem eine Szenarienstudie zur Klimaschutzpolitik veröffentlicht. Die Studie mit dem Titel “Politikszenarien für den Klimaschutz IV - Szenarien bis 2030″ kann wie üblich beim UBA heruntergeladen werden. Darin werden drei Szenarien mit unterschiedlichen politischen Maßnahmen zum Klimaschutz und ihre jeweiligen Auswirkungen auf den Treibhausgasausstoß Deutschlands geschildert. Diese Szenarien sind:

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Worte eines wahrhaften Skeptikers

Steve McIntyre, Betreiber des Blogs ClimateAudit, berichtet in seinem jüngsten Beitrag über einen Kurztrip zu Judith Curry ans Georgia Institute of Technology, wo er auch eine Präsentation vor ca. 100 Interessierten gab. Unabhängig davon, wie man zu McIntyres Arbeit steht, für wie tiefgreifend man seine Kritiken erachtet oder was man von seinem Ton hält, ein Zitat von ihm will ich ohne wenn und aber hier wiedergeben:

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Atlas des menschlichen Einflusses auf die Weltmeere

Vergangene Woche hat ein großes Team von WissenschaftlerInnen in der Fachzeitschrift Science eine Karte veröffentlicht, auf der der Einfluss des Menschen auf die Weltmeere verzeichnet ist. Das beteiligte National Center for Ecological Analysis and Synthesis (NCEAS) hat die wichtigsten Ergebnisse wie auch die entstandene Karte auf seiner Webseite veröffentlicht. Spiegel Online spricht von einem “Atlas der Zerstörung”, und die Zeit schreibt einen “kritischen Bericht”.

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Kuriose Argumente von Klimaskeptikern II

Die Klimaskeptiker produzieren bekanntlich allerhand Kurioses. Daher ist es jetzt an der Zeit sich wieder mal ein besonders merkwürdiges Argument anzuschauen.

Die Klimaskeptiker lassen sich allerhand einfallen, um behaupten zu können, die beobachtete Klimaerwärmung sei nicht auf die Treibhausgase zurückzuführen. Generell schlagen sie zwei Wege ein. Einfach zu behaupten es gebe keinen Treibhauseffekt, das ist der einfache Weg. Der schwierige Weg ist zu behaupten, dass die Klimasensitivität gering sei, ein Anstiegen der Konzentration der Treibhausgase daher nur eine sehr geringe Wirkung habe.

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Bjørn Lomborg vs. Al Gore - 110:2…Fehler

Mein Dank geht an Tim Lambert, der meine Aufmerksamkeit auf diesen astronomischen Sieg des “Skeptischen Umweltschützers” gelenkt hat. Kåre Fog hat einen Vergleich der Fehler in Bjørn Lomborgs Buch “The Skeptical Environmentalist” zu Al Gores “An Inconvenient Truth” aufgestellt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Währen Lomborg auf 110 Fehler (errors) und 208 Mängel (flaws) kommt, schafft Gore gerade einmal 2 Fehler und 12 Mängel. Das ist beeindruckend, und ich gratuliere Lomborg sowie den von ihm inspirierten UmweltskeptikerInnen ganz herzlich zu diesem grandiosen Sieg! Übrigens ist die Auswertung von Lomborgs neuem Buch “Cool It!” erst zu einem Drittel fortgeschritten, aber Fog hat davon schon einen beachtlichen Zwischenstand zu vemelden: 23 Fehler und 59 Mängel.

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Die Ökostadt kommt! Leider (noch) nicht bei uns.

Weil ich selber Mitglied einer Baugruppe bin, die in Berlin ein geeignetes Gelände zum Bau eines größeren Passivhaus(komplex)es sucht, stöbere ich seit einigen Monaten immer wieder mal in stadtplanerischen Artikeln oder schaue mir architektonische Entwürfe an. Vor ein paar Wochen bin ich auf ein ehrgeiziges Projekt in Abu Dhabi aufmerksam geworden. Unter dem Namen Masdar (was übersetzt so viel wie Ursprung oder Quelle heißen soll) plant das Emirat, eine sechs Quadratkilometer große 50.000-Einwohnerstadt so umfassend wie nur möglich nachhaltig zu bauen. Das heißt sowohl autofrei wie auch CO2-emissionsfrei und abfallfrei. Die Energieversorgung übernimmt das dann größte solarthermische Kraftwerk der Welt. Kein Punkt in der ganzen Stadt wird mehr als 200m vom nächsten Einstiegspunkt in das öffentliche Verkehrsmittelnetz entfernt sein. Das Emirat plant damit endlich handfest für die Zeit vor, in der Öl astronomisch teuer werden wird.

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Kann Bio die Welt ernähren?

Die FAO hat im Dezember letzten Jahres eine Erklärung herausgegeben, nach der Biolandwirtschaft nicht geeignet ist, anstelle konventioneller Methoden die Welternährung zu garantieren. Jacques Diouf, Generaldirektor der FAO, sagte wörtlich: “But you cannot feed six billion people today and nine billion in 2050 without judicious use of chemical fertilizers.” Interessanterweise bezieht sich die Einschränkung für Bioanbau anscheinend nur auf den Einsatz von Düngemitteln. Weiter unten heißt es:

“Higher productivity with lower inputs can be obtained from such systems as Integrated Pest Management (IPM) and Conservation Agriculture (CA), Dr. Diouf noted. IPM can reduce pesticide use by 50% in the case of cotton and vegetable production and up to 100 percent with rice. CA and no-tillage agriculture reduces labour requirements by doing away with ploughing and can use 30 percent less fertilizer and 20 percent less pesticides.”

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Wikipedia-Geschichten: Erwärmung ist gut für die Menschheit?

Es folgt ein kleiner Ausflug in die bunte Welt der bekanntesten Online-Enzyklopädie der Welt. Da gab es bis zum 16. Dezember eine besonders nette Version eines Artikels zum “Subatlantikum”, laut Definition “der letzte und derzeit aktuelle Zeitabschnitt des Holozäns.” Darin war ganz erstaunliches über die segensreiche Wirkung warmen Klimas zu lesen:

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