Pflanzenreste unterm Gletscher

Funde organischen Materials an gerade von zurückgehenden Gletschern freigelegten Flächen zeigen, dass Grönland auch früher schon einmal so warm war wie heute. Das ist erstens schon lange bekannt - und zweitens alles andere als eine gute Nachricht.

Auf dem diesjährgen American Geophysical Union Fall Meeting wurde ein Papier von Lowell et al. vorgestellt, in dem Funde organischen Materials in Grönland besprochen werden (die für sich genommen leider nur wenige Informationen liefernde Präsentation gibt es hier). Das besondere ist, dass diese Pflanzenreste an Stellen gefunden wurden, die erst jüngst vom zurückweichenden Eisschild freigelegt worden sind. Das ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass diese Orte bereits früher einmal eisfrei waren. Mittels der Radiokarbonmethode konnten die Funde auch genauer datiert werden. Demnach wuchsen die Pflanzen in einem Zeitraum zwischen 400 und 1014, und am stärksten zwischen 800 und 1014. Das deutet darauf hin, dass zu jener mittelalterlichen Zeit die Temperaturen in Grönland wenigstens so warm waren wie gegenwärtig. Lowell et al. schreiben: “Both the ice cap geometry and the presence of overrun organic remains indicate past temperatures at least as warm as those at present.”

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Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von “Globale Umweltpolitik” ein frohes Weihnachtsfest, wunderbare Feiertage und eine angenehme Zeit zwischen den Jahren!

Wer neben der festlichen Stimmung Lust auf eine kaum zu glaubende, aber wahre Geschichte hat, empfehle ich den Bericht des US-Untersuchungsausschusses “White House Engaged in Systematic Effort to Manipulate Climate Change Science”. Das House Oversight and Government Reform Committee stellt darin die Ergebnisse einer 16monatigen Untersuchung dar, deren Ergebnis kaum eindeutiger sein könnte:

“The Committee’s 16-month investigation reveals a systematic White House effort to censor climate scientists by controlling their access to the press and editing testimony to Congress. The White House was particularly active in stifling discussions of the link between increased hurricane intensity and global warming. The White House also sought to minimize the significance and certainty of climate change by extensively editing government climate change reports. Other actions taken by the White House involved editing EPA legal opinions and op-eds on climate change.”

Na dann: Frohe Weihnachten!

Grenze des Wachstums in den Weltmeeren

Donella und Dennis Meadows beschreiben gemeinsam mit Jorgen Randers in der jüngsten, 2004 erschienenen Aktualisierung der “Grenzen des Wachstums” das Konzept von overshoot and collapse, oder sinngemäß auf deutsch: Überstrapazierung und Zusammenbruch. Gemäß diesem Ansatz zeigen überbeanspruchte ökologische Systeme zunächst deutliche Verfallsanzeichen, bevor sie schließlich kollabieren. Am Beispiel des weltweiten Fischfangs lässt sich hervorragend zeigen, was damit gemeint ist - und gleichzeitig soll dieser Beitrag den Anfang einer erweiterten Schwerpunktsetzung auf “Globale Umweltpolitik” machen. Neben der Erderwärmung will ich künftig verstärkt über Meerespolitik schreiben. Für einen ersten Einstieg in das Thema Fischfang, Aquakultur und ökologische Probleme mit beiden empfehle ich den kürzlich in der Zeit erschienenen Artikel “Die Eiweißfabriken” von Marcus Rohwetter.

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Linktipp: Die Ausredengesellschaft

Als ersten Lesetipp nächsten Linktipp auf “Globale Umweltpolitik” möchte ich auf den heute in der taz erschienenen Artikel “Die Ausredengesellschaft” von Martin und Peter Unfried verweisen. Zum Aufdengeschmackkommen hier die Einleitung des sehr pointiert geschriebenen Artikels.

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Entwarnung am Kilimandscharo?

Schwinden die Gletscher des Kilimandscharos doch nicht?
Kilimandscharo-Gletscher

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Die Tropen dehnen sich aus

Via Climate Feedback, dem Blog des Wissenschaftsjournals Nature: Nach einer Studie von Dian Seidel et al. dehnen sich die klimatischen Tropen in Folge der Erderwärmung deutlich aus. Das bei Nature Geoscience veröffentlichte Papier ist auf der Webseite des Coautors Thomas Reichler im Volltext herunterladbar (PDF). Der Spiegel und die Welt haben bereits darüber berichtet, ebenso wie National Geographic und ScienceNOW. Worum geht es?

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