Pflanzenreste unterm Gletscher
25. Dezember 2007 — Nils SimonFunde organischen Materials an gerade von zurückgehenden Gletschern freigelegten Flächen zeigen, dass Grönland auch früher schon einmal so warm war wie heute. Das ist erstens schon lange bekannt - und zweitens alles andere als eine gute Nachricht.
Auf dem diesjährgen American Geophysical Union Fall Meeting wurde ein Papier von Lowell et al. vorgestellt, in dem Funde organischen Materials in Grönland besprochen werden (die für sich genommen leider nur wenige Informationen liefernde Präsentation gibt es hier). Das besondere ist, dass diese Pflanzenreste an Stellen gefunden wurden, die erst jüngst vom zurückweichenden Eisschild freigelegt worden sind. Das ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass diese Orte bereits früher einmal eisfrei waren. Mittels der Radiokarbonmethode konnten die Funde auch genauer datiert werden. Demnach wuchsen die Pflanzen in einem Zeitraum zwischen 400 und 1014, und am stärksten zwischen 800 und 1014. Das deutet darauf hin, dass zu jener mittelalterlichen Zeit die Temperaturen in Grönland wenigstens so warm waren wie gegenwärtig. Lowell et al. schreiben: “Both the ice cap geometry and the presence of overrun organic remains indicate past temperatures at least as warm as those at present.”


