Loehle 2007

Tomislav Rus von oekologismus.de hat mal wieder glamorous daneben gegriffen. In seiner Darstellung einer neu erschienenen Temperaturrekonstruktion der letzten 2.000 Jahre (veröffentlicht im bestenfalls “Journal in Anführungsstrichen” zu nennenden Blatt “Energy & Environment”) findet sich zwar der Hinweis nebst Links auf “eine angeregte Diskussion auf ClimateAudit, in der sich auch namhafte Klimaforscher beteiligten”. Aber kein einziger der dort genannten Kritikpunkte an der Rekonstruktion ist ihm eine Erwähnung wert. Im Gegenteil: “Auf die meisten Kritikpunkte an der Veröffentlichung ist Craig Loehle in der Diskussion auf ClimateAudit direkt eingegangen, bei anderen Punkten sind Lösungen von anderen Kommentatoren eingebracht worden”. Scheinen also alle Probleme gelöst - fantastisch!

Nicht ganz, aber von Anfang an. Zuallererst einmal ist abgesehen vom fragwürdigen Blatt, in welchem Loehle “A 2000-year global temperature reconstruction based on non-treering proxies” veröffentlicht hat, nichts an der Studie von vornherein auszusetzen. Ziel der Studie war, eine Temperaturrekonstruktion der letzten 2.000 Jahre unabhängig von Baumring-Daten zu erstellen. Außerdem wurden nur solche Proxyserien verwendet, die bereits kalibriert worden sind, d.h. aus denen eindeutige Temperaturdaten abgeleitet wurden. Zunächst einmal die Rekonstruktion Loehles:

Loehle 2007 - Jahre 0 bis 2000
Bild: Rekonstruktion der Temperaturen zwischen 0 und 2000, aus 18 Proxyserien rekonstruiert. Quelle: Loehle 2007.

Schnell wird deutlich warum Rus (in dessen Blog eine blinde Wut gegen alles was “grün” ist zum Beispiel in einem peinlichen Beitrag über Armin Meiwes Mitgliedschaft in der Grünen Knastgruppe weithin sichtbar wird) diese Rekonstruktion für kommentarwürdig findet. Sie suggeriert, dass die Mittelalterliche Warmzeit deutlich wärmer gewesen sein soll, verglichen mit den gegenwärtigen Lufttemperaturen unter den Bedingungen der globalen Erwärmung. Rus’ im O-Ton: “Diese Temperaturrekostruktionen widersprechen klar den Hockeystick-Rekonstruktionen vom “Team” [...] und damit der daraus resultierenden Behauptung, die Temperaturänderung in den letzten 150 Jahren wäre beispiellos in den letzten 2000 Jahren.” Tja, ist das wirklich so?

Loehles Rekonstruktion basiert auf ganzen 18 Proxyserien, die aus ebenso vielen über die Welt verteilten Orten stammen. Hier die Übersicht:

Loehle 2007 - Proxylokalisierung

Wer ernshtaft denkt, 18 einzelne Orte könnten ein vollkommenes Bild der globalen Durchschnittstemperaturen liefern dürfte kein Problem damit haben, die aus mehreren tausend Einzelstationen gewonnenen, direkt gemessenen Temperaturreihen der jüngsten Vergangenheit anzuerkennen. Aber nein, aufmerksame (und deshalb zu bedauernde) LeserInnen von oekologismus.de durften schon öfter feststellen, dass besonders in der Kommentarsektion ein ungesundes Misstrauen gegen die Fähigkeit von Meteorologen herrscht, ein Thermometer a) richtig aufzubauen und b) richtig abzulesen. Tausende Wetterstationen seien nach dieser Interpretation immer noch absolut unzureichend, um einen globalen Trend aufdecken zu können… nun denn, mit 18 Proxys dürfte man dann logischerweise nicht weit kommen.

Aber es gibt noch ein ganz anderes, interessantes Phänomen an Loehles Rekonstruktion, und zwar den ermittelten Verlauf der letzten 130 Jahre. Eben jene Jahre, aus denen wir dank direkter Messungen die besten Informationen über die Temperaturentwicklung haben. GISStemp liefert uns folgende Grafik für die bodennahen Lufttemperaturen seit 1880:

NASA GISStemp seit 1880
Bild: Temperaturverlauf seit 1880. Quelle: GISStemp

Deutlich zu erkennen ist die Erwärmung um circa 0,8 Grad Celsius im Verlauf der letzten 130 Jahre. Wie sieht die Rekonstruktion Loehles im Kontrast dazu aus, wenn man sich die entsprechenden Abschnitt mal genauer ansieht? So:

Loehle 2007 - Jahre 1800 bis 2000
Bild: Vergrößerte und zusammengelegte Ausschnitte aus Loehle 2007.

Man sieht zwar eine deutliche Erwärmung, aber erstens mit einem ganz anderen Verlauf, und zweitens in einer ganz anderen Größenordnung als aus den Thermometerdaten hervorgeht. Die Erwärmung beträgt nach Loehle seit Mitte des 19. Jahrhunderts maximal 0,4 Grad, etwa die Hälfte der realen Erwärmung. Und noch viel gravierender: Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts sinkt die Temperatur deutlich, und zwar um fast 0,2 Grad. Ein solches Muster aus Anstieg und Abfall ist aus den direkt gemessenen Daten nicht ersichtlich. Zwischen 1940 und 1980 stagnieren die Temperaturen von GISStemp zwar, aber ein starker Rückgang wie in der Rekonstruktion Loehles findet sich dort nicht. Wer hin und wieder ClimateAudit liest weiß, dass auch Mainstream-Rekonstruktionen bei den letzten paar Jahrzehnten nicht gerade glänzend aussehen. Aber so arg vertun sie sich dann doch nicht.

So was. Letztlich passt sich Loehle 2007 darüber hinaus sogar noch ganz gut in das existierende Ensemble von (Multi-)Millennium-Rekonstruktionen ein, wie Rob Wilson auf ClimateAudit bemerkt. Und nicht zu vergessen Julien Emile-Geays ausgesprochen harsche Kritik. Hätte Tomislav Rus das doch gesehen, bevor er sein Loblied auf diese neue Rekonstruktion gesungen hätte. Er hätte den peinlichen Verdacht vermeiden können, nur über diese Studie zu berichten, weil sie (aber auch nur anscheinend) ein ihm genehmes Ergebnis in sich birgt. Aber mal ehrlich: Wenn es ihm um das Vermeiden von Peinlichkeiten gehen würde, würde wohl zuallererst die lächerliche Kyoto-Uhr rechts oben in seinem Blog verschwinden.

UPDATE: Ein sehr viel umfassenderes - vernichtendes - Review ist beim vor kurzem neu gestarteten Blog That Strange Weather unter dem prosaischen Titel The Loehle Reconstruction erschienen. Daraus:

“In summary, this article is a poorly-described compilation of proxy data, with a conciseness in methodology that borders on farce. In the present form , it is unacceptable in any scientific journal that i am aware of.”

Veröffentlicht in Globale Erwärmung, Skeptizismus.

17 Antworten zu “Loehle 2007”

  1. oekologist sagt:

    Nils:
    “Wer ernshtaft denkt, 18 einzelne Orte könnten ein vollkommenes Bild der globalen Durchschnittstemperaturen liefern dürfte kein Problem damit haben, die aus mehreren tausend Einzelstationen gewonnenen, direkt gemessenen Temperaturreihen der jüngsten Vergangenheit anzuerkennen.”

    Dir ist schon klar, dass es für Südamerika, die Antarktis und große Teile Afrikas kaum mehr als eine Hand-voll Wettermessstationen existieren, die eine halbwegs vollständige Zeitreihe aufweisen (Südamerika 6, Antarktis 3). Nach dem Ende des real-exisitierenden Sozialismus in der ehemaligen Sowjetunion wurden zahlreiche Meßstationen eingemottet. Deshalb Enden die meisen Zeitreihen etwa 1990, d.h. für einen Großteil der ehemaligen Sowjetunion existieren seit 1990 keine Wetterdaten. Das macht die “globalen” Temperaturreihen der jüngsten Vergangenheit ebenfalls nicht besonders valide und es gibt genügend Gründe diese zu kritisieren, z.B. den wirklich bedauernswerten Y2K-Fehler von Hansen. Aber, seis drum.

    Ein Leser hat die Temperaturrekonstruktion von Loehle mit der instrumentellen Messung HadCRU3 verglichen und für den Zeitraum einen besseren RSME und r2 bestimmt, als Mann mit seinem Hockey-Stick, d.h. die Loehle-Rekonstruktion ist in dem besagten Zeitraum den instrumentellen Messungen ähnlicher, als der Hockey-Stick. Aber, es sei dir verziehen. Als Student der Politikwissenschaft muss man nicht wissen, was RSME und r2 sind und wie man diese berechnet. btw.: Damit wurde einer der Hauptkritikpunkte von Julien Emile-Geay entkräftet.

    “Hätte Tomislav Rus das doch gesehen, bevor er sein Loblied auf diese neue Rekonstruktion gesungen hätte.”

    Klar, habe ich das gelesen und ich habe mit der Meldung sogar zwei Tage gewartet, weil ich so gut wie alle Kommentare gelesen habe. Das hättest du auch machen sollen, dan hättest du hier nicht solch einen Wind gemacht. Die Daten liegen offen, die Methode ist klar und einfach. Weitere Kritikpunkte von Julien Emile-Geay wurden ebenfalls durch Leser entkräftet. Steve McIntyre hat die Rekonstruktion sogar um die Baumringproxies von Moberg erweitert und mit dessen Methode ausgewertet. Einer vom IPCC und vom Team angewendeten Methode! Die Rekonstruktion erwies sich als sehr robust.

    Auch eine Fehler und Varianzbetrachtung wurde durchgeführt (welchen Sinn das auch immer haben soll, aber es wurde von Julien Emile-Geay eingefordert).

    Wenn man so will, findet bei ClimateAudit eine Open Source Temperaturrekonstruktion statt. Alle Daten und Methoden sind offen. Auf Kritik wird sofort eingegangen. Probleme werden diskutiert. Selten habe ich eine lebhaftere wissenschaftliche Diskussion erlebt.

    Dass dir das nicht gefällt, weil die Loehle-Temperaturrekonstruktion den Deutungsanspruch der Alarmisten über das Klima gefährdet, war zu erwarten.

  2. chlorobium sagt:

    Und was wird die Diskussion auf ClimateAudit ergeben? So wie es scheint, wird dem Moberg’schen Spaghetti-Diagramm eine weitere Kurve zugefügt. Wo ist da also das Neue?

    … und was zeigt die Diskussion um Loehle noch? Die selben Personen, welche noch vor einigen Monaten auf oekologismus.de die vorhandene Anzahl der Klimastationen zur Ermittlung eines globalen Klimas als zu gering bewerteten, geben sich jetzt mit 18 zufrieden. Da mag sich jeder seinen Teil denken.

    mfg
    Chlorobium (der Farbe wegen)

  3. Tomislav Rus sagt:

    @Chlorobium:
    “Die selben Personen, welche noch vor einigen Monaten auf oekologismus.de die vorhandene Anzahl der Klimastationen zur Ermittlung eines globalen Klimas als zu gering bewerteten, geben sich jetzt mit 18 zufrieden. Da mag sich jeder seinen Teil denken.”

    Nein, die Diskussion ging nicht um die Anzahl der Klimastationen an sich, sondern um die Qualität deren Messergebnisse. Es ist doch ein ganz erheblicher Unterschied, ob eine Temperaturmessstation in direkter Nähe von Klimaanlage, Parkplätzen und Gebäuden steht oder so wie von der World Meteorologial Organisation (WMO) empfohlen, um künstliche bzw. menschliche Einflüsse auf die Temperaturmessungen zu vermeiden. Also bitte, immer schön bei der Wahrheit bleiben, ja?

  4. chlorobium sagt:

    Keine Sorge, ich bleibe bei der Wahrheit. Die Qualität ist durchaus für eine wissenschaftliche Aussage wichtig; da bin ich ganz auf Ihrer Seite. In der Diskussion um die Arbeit von Loehle geht es auch nicht um die Anzahl der Meßreihen, ist schon klar. Tatsache ist aber, daß die Anzahl der Klimastationen von etlichen “Skeptiker”-Personen insgesamt als zu niedrig bewertet wurde und wird, um daraus überhaupt so etwas wie ein globales Klima zu ermitteln. Sehr oft kommt dann noch der Hinweis auf die fehlenden Klimastationen auf See hinterhergeschoben. Und eben diese Personen geben sich jetzt mit “nur” 18 Meßreihen zufrieden. Wenn man also den “Klimawahnsinnigen” Lagerdenken vorwirft, was zum Teil auch berechtigt ist, so zählt dieser Vorwurf auf für den Block der “Skeptiker”.

    Btw, ich persönlich habe mit der Zahl 18 kein Problem.

    mfg
    Chlorobium (der Farbe wegen)

  5. Tomislav Rus sagt:

    “überhaupt so etwas wie ein globales Klima” — tja, das trifft es auf den Punkt. Was ist denn überhaupt ein “globales Klima”?

  6. Tomislav Rus sagt:

    Einen interssanten Beitrag, der die globale Verteilung der Loehle-Proxies mit der Verteilung der Mann 2007-Proxies vergleicht findet man hier:
    http://www.climateaudit.org/?p=2427

  7. Wolfgang Flamme sagt:

    Wieder eine andere Temperaturrekonstruktion. Wieder das gleiche Problem, was sie mit vielen anderen Temperaturrekonstruktionen teilt: Ausgerechnet für die instrumentelle Periode, an denen die einzelnen Proxies ja kalibriert wurden, ergibt deren Kompilation ein fragwürdiges Bild. Und auch eine andere Schwäche teilt sie … zu wenige Daten aus zu wenigen Regionen - doch mehr gibt die Paläoklimatologie nicht her.
    Loehle 2007 ist deshalb nicht die ‘bessere’, ‘richtigere’ Rekonstruktion, sondern unterstreicht erneut unser mangelhaftes, nicht-objektivierbares Wissen über Klima und Klimavariabilität der vorinstrumentellen Periode.

    So ist die oft vernommene Behauptung, wir würden derzeit einen unvergleichlichen Klimawandel erleben, leider nur zu wahr - im wortwörtlichen Sinne.

  8. Magnus sagt:

    Die “oekologismus”-Seite von Rus zeichnet sich dadurch aus, dass auf ihr jegliche These veröffentlicht wird, die der Mainstream-Klimforschung widerspricht, völlig unabhängig vom Wahrtheitsgehalt und immer nach dem Motto: “Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern.”

    Jüngstes Beispiel dafür ist die Stellungnahme des so genannten Klimamanifestes von Heiligenroth zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Gore, einer Gruppe von Klimaskeptikern, der auf oekologismus.de mit einem eigenen Thread Raum zur Selbstdarstellung gegeben wurde.

    Nachdem verschiedene der Unterzeichner bis vor Kurzem noch die Sonnenaktivität für die gemessene globale Erwärmung verantwortlich gemacht haben, schwenken sie jetzt plötzlich wieder auf ihre ehemalige Leugnungslinie der Erwärmung überhaupt ein und sagen nun: ” Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir erneut einer kleinen Eiszeit entgegengehen. Seit Jahren nimmt die mittlere solare Aktivität ab, … Diese Abkühlungsphasen führten zu Ernteausfällen, Hunger und Tod. Die Menschen konnten sich vor der Kälte nur retten, indem sie in wärmere Gebiete abwanderten.

    Diese Warnung stützt sich auf die Analyse der realen Klimageschichte. Es könnte durchaus sein, dass die aktuellen Hitzekatastrophen-Szenarien schon in wenigen Jahren lächerlich erscheinen. Wir halten es für unsere Pflicht, die Bevölkerung darauf hinzuweisen. ”
    http://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/algore.htm

    Lächerlich erscheinen eigentlich nur die krampfhaften Bemühungen der Unterzeichner des Klimamanifestes, ihr realitätsfernes Weltbild an den Fakten vorbei über die Runden zu bringen.

  9. Tomislav Rus sagt:

    @magnus:
    “dass auf ihr jegliche These veröffentlicht wird, die der Mainstream-Klimforschung widerspricht, völlig unabhängig vom Wahrtheitsgehalt”

    Dann argumentiere mal nicht nur ad hominem. Du kannst dich gerne bei den Diskussionen auf meiner Webseite beteiligen und dein fundiertes Wissen in Sachen Klimaforschung einbringen. Dann können wir uns ja mal über den Wahrheitsgehalt von Studien von Mann & Co. unterhalten.

    “einer Gruppe von Klimaskeptikern, der auf oekologismus.de mit einem eigenen Thread Raum zur Selbstdarstellung gegeben wurde.”

    Sowas nennt man Meinungsfreiheit. Wenn es dir nicht gefällt, dann kannst du gerne woanders hin surfen. Soviele skeptische Webseiten gibt es im deutschsprachigen Internet nicht.

    “Lächerlich erscheinen eigentlich nur die krampfhaften Bemühungen der Unterzeichner des Klimamanifestes, ihr realitätsfernes Weltbild an den Fakten vorbei über die Runden zu bringen.”

    Welche Fakten denn? Wo ist sich den die Klimaforschung zu 100% sicher (und nicht nur likely und very likely), so dass man von “Fakten” sprechen könnte? Lächerlich ist es, bei der Klimaforschung von Fakten zu sprechen. Das wäre realitätsfern.

  10. Georg sagt:

    “Aber, es sei dir verziehen. Als Student der Politikwissenschaft muss man nicht wissen, was RSME und r2 sind und wie man diese berechnet.”
    Tomislav Rus, 22. November 2007 at 9:06

    “Dann argumentiere mal nicht nur ad hominem.”
    Tomislav Rus, 29. November 2007 at 11:41

    Intellectual honesty, anyone?

  11. chlorobium sagt:

    @Tomislav:

    Fakten liegen in der Klimaforschung genügend vor. Einfach mal die Augen öffnen. Strittig sind hingegen lediglich die Interpretationen. Ist es wirklich so schwer zwischen Fakten (auch Daten oder Ergebnisse) und deren Interpretationen zu unterscheiden?

    Die Geschichte um Mann und seinem Hockeystick hat aber nichts mit der Kritik von Magnus zu tun, daß ein Großteil der “Kritiker” ihre Argumentationslinie je nach Lust und Laune wechseln (wozu ich Sie allerdings nicht zähle). Einige mögen sich davon beeindrucken lassen, ich finde sowas einfach nur lächerlich.

    mfg
    Chlorobium (der Farbe wegen)

  12. Magnus sagt:

    @Tomislav

    “Sowas nennt man Meinungsfreiheit.”

    Muss Meinungsfreiheit denn unbedingt darin bestehen, jeden Unsinn weiter zu verbreiten? Leidet nicht die eigene Glaubwürdigkeit darunter, wenn man offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen unkommentiert auf die eigene Seite stellt?

    Es sollte doch wohl möglich sein, sich auch mit Leuten, die die gleiche Richtung vertreten, kritisch auseinander zu setzen.

    Genau da sehe ich die größte Schwäche der so genannten Klimaskeptiker, dass sie nämlich alle Meinungen gegen den AGW kritiklos bejubeln und in der Regel nicht erkennen oder zumindest nicht zugeben wollen, dass das meiste davon einfach nur Unsinn ist.

    Das Beispiel Klima-Manifest von Heiligenroth zeigt dies nur allzu deutlich. Dessen Urheber kann man einfach nicht ernst nehmen. Es lohnt sich auch nicht mit diesen Leuten zu diskutieren, weil sie meilenweit von einem sachlich fundierten Standpunkt entfernt sind.

  13. Magnus sagt:

    @Tomislav,

    “Du kannst dich gerne bei den Diskussionen auf meiner Webseite beteiligen und dein fundiertes Wissen in Sachen Klimaforschung einbringen.”

    Ich habe gerade Deinen Rat befolgt und ein wenig auf der Webseite gelesen. Ich muss sagen, es hat mir total die Lust genommen, da auch nur eine Zeile zu hinterlassen.

    So viele durchgeknallte Klimaskeptiker findet man nur selten in einem Blog vereint. Als Klimaskeptiker kann man dort in der Regel unwidersprochen den größten Blödsinn absondern, aber wenn ein Vertreter der Gegenseite es wagt, Blödsinn Blödsinn zu nennen, wird er sofort von der versammelten Riege der Klimaskeptiker niedergemacht.

    Und was soll man von einem selbst ernannten “Diplom-Physiker” halten, der mit einem “Wissen” glänzt, mit dem er schon bei der Aufnahmeprüfung für ein Anfängerseminar Physik mit Pauken und Trompeten durchgefallen wäre?

    Die hohe Oberflächentemperatur der Venus mit der allgemeinen Gasgleichung

    p*V = n*R*T

    zu begründen, ist doch wohl der Gipfel der Ignoranz!
    http://www.oekologismus.de/?p=825#comment-24808

    Gemäß dieser “Logik” steigt also auch die Temperatur eines Gases, wenn ich sein Volumen vergrößere!!!!????

    Worüber sollte man mit solchen Leuten noch ernsthaft diskutieren?

    Wie ich den Kommentaren entnehme, haben auch immer weniger Leute, die zu intellektuell zusammenhängenden Aussagen fähig sind, Lust, sich mit diesen Klimaskeptikern abzugeben. Das Ende dieses unsinnigen Blogs der Klimaskeptiker ist damit bereits abzusehen.

  14. Magnus sagt:

    @Wolfgang Flamme,

    Ich möchte Dich von meiner Kritik an den Postern auf oekologismus.de ausdrücklich ausnehmen. Ich fand’s einfach köstlich, wie Du von Savoyen und BRK durch den Kakao ziehst

    “Mit Gleichgesinnten wie Dir braucht man eigentlich keine Gegner mehr.”
    http://www.oekologismus.de/?p=828#comment-24801

    und die merken nicht einmal, warum. Wirklich bezeichnend!

    Logisches Denken ist halt nicht jedermanns Sache und bei Klimaskeptikern wohl eher die Ausnahme, Du scheinst eine solche zu sein.

  15. iqrs sagt:

    Auf Realclimate ist heute auch ein Kommetar zur Loehle 2007 erschienen:
    http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/12/past-reconstructions/

  16. Nils Simon sagt:

    Aus dem RealClimate-Artikel: “Unfortunately, the number of unsuitable series, errors in dating and transcription, combined with a mis-interpretation of what was being averaged, and a lack of validation, do not leave very much to discuss. Of the 18 original records, only 5 are potentially useful for comparing late 20th Century temperatures to medieval times, and they don’t have enough coverage to say anything significant about global trends. It’s not clear to me what impact fixing the various problems would be or what that would imply for the error bars, but as it stands, this reconstruction unfortunately does not add anything to the discussion.”

    Da wünsche ich Tomislav viel Spaß beim Ignorieren!

  17. Proxyprobleme « Climate Review sagt:

    [...] mir bezüglich Proxydaten einige Fragen stellten. Wie die kritische Betrachtung auf dem Blog “Globale Umweltpolitik” zeigte, wiesen die Datenquellen von Loehle einige Eigenarten auf. Obwohl die Temperatur im [...]

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