Anna Nicole Smith und das Klima

Via Andrew Revkin von Dot Earth bin ich auf ein großartiges Video der Medienwissenschaftlerin Alisa Miller gestoßen. Miller untersucht die räumliche Verzerrung, die sich aus der unausgewogenen Berichterstattung US-amerikanischer Medien ergibt. Oder in anderen Worten: Wie es dazu kommt, dass bestimmte Länder und Ereignisse überhaupt nicht erwähnt werden, während andere überdominant vorkommen - und welche Folgen das für die öffentliche Wahrnehmung hat.

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2.000 demonstrieren für Artenvielfalt, 850.000 feiern auf Straßenparty

Nach kläglichen 5.000 oder so DemonstriererInnen am 8. Dezember 2007 am groß angekündigten Klimaaktionstag in Berlin hat die Umweltbewegung dieses Wochenende wieder einmal ihre Schwäche gezeigt. Ganze 2.000 Leute haben sich bei bestem Wetter in Bonn dazu bewegen können, die Auftaktdemo zum Biodiversitäts-Gipfel zu beehren. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Leute mit nix vor die Tür zu bewegen wären, im Gegenteil: Stolze 850.000 Leute haben alleine am Sonntag den Berliner Karneval der Kulturen besucht und es sich gut gehen lassen. Das sei ihnen, ohne Frage, mehr als gegönnt. Ich habe selber den Karneval oft, gerne und ausgiebig besucht. Das Verhältnis von 1 Umwelt- und EntwicklungsdemonstrantIn zu 425 StraßenpartylöwInnen wirft allerdings ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der Umwelt- plus der Entwicklungsbewegung.

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Initiative Möckernkiez - Energie- und Rohstoffwende im Selberbau

Seit einem guten halben Jahr bin ich sehr aktives Mitglied einer Initiative in Berlin, die in Eigenregie ein drei Hektar großes Baufeld in Kreuzberg bebauen will. Mit der “Initiative Möckernkiez” wollen wir bezahlbare Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten schaffen, die ebenso ökologisch vorbildlich wie sozial integrativ sein, die barrierefrei gestaltet werden und interkulturelles Leben befördern sollen. Auf unserer kürzlich freigeschalteten Webseite www.mockernkiez.de stehen viele weitere Informationen zu unserem Vorhaben. An dieser Stelle will ich vor allem auf den ökologischen Aspekt eingehen und BesucherInnen meines Blogs dazu einladen, konstruktive Kommentare, Vorschläge und Anregungen einzubringen.

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Mittelfristige Erwärmung

In den letzten beiden Tagen herrschte rege Betriebsamkeit in der Welt der veröffentlichten Meinung über eine Studie von Keenlyside, Latif , Jungclaus et al., die im Fachblatt Nature veröffentlicht wurde (PDF). Unter dem Titel “Advancing decadal-scale climate prediction in the North Atlantic sector” veröffentlicht das Autorenteam eine neue Methode, mit der mittelfristige (bis zu zwei Jahrzehnte) Prognosen zur Temperaturentwicklung errechnet werden können.

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Beck lügt wieder

E.G. Beck, der Berühmtheit durch seine vielen Fälschungen erlangt hat, hat sich mal wieder eine neue Geschichte ausgedacht.

Auf der Internetseite www.eike-klima-energie.eu hat er einen Text zur globalen Erwärmung geschrieben.
Dort schreibt er u.a.:

Beide Datenreihen [CRU und GISS] zeigen seit ca. 1975 einen starken Anstieg der Temperatur.

und

Die seit 1979 von Satelliten gemessenen Temperaturen [er verweist auf RSS] werden vom Weltklimarat und der Politik ignoriert. Sie zeigen keinen solchen Temperaturanstieg und tasten die gesamte Erdoberfläche präzise ab.

Mal davon abgesehen, dass die Satelliten nicht die gesamte Errdoberfläche vermessen (RSS TLT: 70°S bis 82,5°N), stimmen die Angaben natürlich nicht. Von 1979 bis heute kommt GISS auf eine Erwärmungsrate von 0,166°C/Dekade und CRU auf 0,165°C pro Jahrzehnt. Die Satellitendaten von RSS zeigen eine noch etwas stärkere Erwärmung und zwar um 0,177°C pro Dekade (siehe hier). Da ist Beck also mal wieder ganz in seinem Element.

Treibhausgase 2007

Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat gestern Daten zur Entwicklung der Treibhausgase im vergangenen Jahr veröffentlicht. Die Zahlen offenbaren die ganze Hilflosigkeit und Scheinheiligkeit der weltweiten Klimapolitik.

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Online-Aktion für nachhaltigen Ausbau von Agrokraftstoffen

Auf der Online-Plattform avaaz.org wurde kürzlich eine Petition zum Mitzeichnen freigeschaltet, mit der Staats- und Regierungschefs auf dem anstehenden G20-Gipfel aufgefordert werden können, strikte Nachhaltigkeitsstandards bei Agrokraftstoffen einzuführen. Die Petition ist zu finden unter

Avaaz.org: Erst der Teller, dann der Tank!

Marcia Pally: “Wahnsinn auf demokratisch”

Ich habe mich schon früher darüber ausgelassen, dass für zahlreiche dringend notwendige Aufgaben (darunter nicht zuletzt Umwelt- und Klimaschutz) bei weitem nicht genügend Geld ausgegeben wird, während die weltweiten Militärbudgets mittlerweile 900 Milliarden Euro übersteigen.

Nun habe ich diesen Gedanken bei der US-amerikanischen Soziologin Marcia Pally wiedergefunden. In der heutigen taz schreibt sie unter dem Titel “Wahnsinn auf demokratisch”:

“Alle reden über die Wahlen in den USA. Sprechen wir lieber über Geld und Geheimnisse.

Hier ein paar Fakten in Sachen Geld: Die USA haben mittlerweile den größten Militärhaushalt seit dem Zweiten Weltkrieg. Im nächsten Jahr werden die Kosten für die Einsätze im Irak und in Afghanistan um 170 Milliarden US- Dollar über dem von George W. Bush vorgeschlagenen Budget von 515,4 Milliarden US-Dollar liegen. Macht alles in allem: $ 685,4 Milliarden. Das US-Defizit wird im nächsten Jahr $ 400 Milliarden erreichen; die akkumulierten Schulden betragen $ 10 Trilliarden.

Ich habe einen Vorschlag: Wir veranschlagen die Kosten für mögliche Solarenergieanlagen im Mittleren Osten und in Zentralasien auf ein paar hundert Milliarden. Eine Gegend mithin, deren Plus an Sonne das gegenwärtige Plus an Öl überdauern wird. Die Produktion von Sonnenenergie würde den jungen Männern, die sich derzeit anfällig für die Verführungen des Terrorismus zeigen, Jobs geben, sogar Karrieren ermöglichen. Nicht alle Probleme der Region wären damit gelöst, aber die Wirtschaft auf diese Weise zu stimulieren wäre einen Versuch wert, immerhin gibt es $ 685 Milliarden zu verteilen. “

Ich könnte nicht noch mehr zustimmen! Außer dass ich vielleicht noch erwähnt hätte, dass auch die 300 Milliarden Euro, die pro Jahr in Werbung gesteckt werden, sicherlich sinnvoller investiert werden könnten.

Online-Kurse zur globalen Erwärmung

Vor vielen Monaten war ich mutig genug, in der Wikiversity einen freien Online-Kurs zur globalen Erwärmung anzufangen. Aufgrund mangelnder Zeit ist davon bislang nicht viel mehr als das Gerüst fertig gestellt. Wer trotzdem in den Genuss freier Lernmaterialien über die Erderwärmung kommen will und außerdem mit Englisch keine Probleme hat, sei hiermit auf das Angebot der Open University verwiesen. Neben den happigen Preisen des kostenpflichtigen Angebots der OU ist vor einiger Zeit unter dem Stichwort “Open Learn” eine kostenfreie Lernplattform gestartet worden. Und in dieser existieren zwei Kurse zum Klimawandel: Einmal unter dem Titel “Global warming”, ein weiterer unter dem Titel “Climate change”. Für ersteren wird ein Zeitbudget von 5 Stunden angegeben, meiner Meinung nach eine Untertreibung. Der zweite Kurs kommt mit 20 Stunden der Realität schon näher. Die einfache Registrierung ermöglicht nicht nur die Teilnahme, sondern auch Austausch mit anderen TeilnehmerInnen sowie eine Rückmeldung an die OU zu geben. Enjoy!

Deutschland könnte 44% der Treibhausgase bis 2030 einsparen

In Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut und ein paar anderen Einrichtungen hat das Umweltbundesamt vor kurzem eine Szenarienstudie zur Klimaschutzpolitik veröffentlicht. Die Studie mit dem Titel “Politikszenarien für den Klimaschutz IV - Szenarien bis 2030″ kann wie üblich beim UBA heruntergeladen werden. Darin werden drei Szenarien mit unterschiedlichen politischen Maßnahmen zum Klimaschutz und ihre jeweiligen Auswirkungen auf den Treibhausgasausstoß Deutschlands geschildert. Diese Szenarien sind:

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